Die Schönen Ritte » Auf dem Gestütsweg
Der Termin für 2009 steht: 30. April bis 03. Mai 2009!!!
Der traditionsreiche Mehrtagesritt zwischen den Gestüten
Zwei traditionsreiche Gestüte und dazwischen ein 170 Kilometer langer Reitweg, der durch eine wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft führt. Reiten in einer Kulturlandschaft, die eine Vielzahl von historischen und touristischen Highlights zu bieten hat und mit natürlicher Schönheit besticht. Reiter- und Gasthöfe, die ihre Gäste freundlich empfangen und am gemütlichen Lagerfeuer selbstge-backenes Brot und geräucherte Spezialitäten servieren. Und das Ganze in einer Region, die dünn besiedelt ist und wo die wenigen Autos den Reitern noch gerne Platz machen – so kann der Gestütsweg charakterisiert werden. So wird der Gestütsweg von Wanderreitern beschrieben.
Durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand des Gestütsweg e.V. und Claus Angelbeck war die Idee schnell geboren auf der schönen Strecke einen Distanritt zu veranstalten. So starteten im Hebst 2006 der erste Distanzritt "Auf dem Gestütsweg", geritten wurde an zwei Tagen über 100 und 68 km bzw. boten wir auch eine kürzere Strecke über 68 und 68 km an. Die Siegerehrung fand anläßlich der 4. Hengstparade in Redefin vor großem Publikum statt. Das gleiche Streckenangebot, sowie einen zusätzlichen MDR über 68 km, gab es auch im Juni 2007.
In 2008 haben wir den Ritt dann als 3-Tages-Ritt über die Ostertage mit Streckenlängen von 60/60/40 bzw. 40/40/45 km angeboten.
Einen Rittbericht von Dorothea Böhnke finden sie nachfolgend:
Distanztritt "Gestütsweg" 20.-23.3.2008
Über Ostern machten sich 20 Reiter auf den Weg um den „Gestütsweg“ zu reiten. Dieser Distanzritt war als Mehrtagesritt (MTR) über drei Tage mit zwei verschiedenen Streckenlängen ausgeschrieben. Einmal 110 km aufgeteilt in 40/40/30 und einmal 160 km unterteilt in 60/60/40 km Abschnitte. Es kamen alle Teilnehmer in der Wertung an, wobei einige nicht die komplette Strecke geritten sind. Bei MTRs gibt es meist die Möglichkeit, die Tagesetappe vorher in der Wertung zu beenden bzw. nicht alle Ritttage zu absolvieren.
Aus den geplanten 110 km wurden am Ende 123 km. Von 12 Reitern bewältigten 8 die gesamte Strecke. Siegerin wurde Wiebke Angelbeck mit Tahar Ibn Tifla in einer Gesamtreitzeit von 462 Minuten, das entspricht T3,75 (=16km/h). Auf dem langen Abschnitt waren acht Reiter unterwegs, von denen drei die gesamte Strecke bewältigten. Es siegte Jan Oetjen mit Ma Dona (B2-Kader Distanzreiten). Er ritt die insgesamt 179 km in 746 Minuten (T4,17 = 14,39 km/h).
Jüngster Teilnehmer war Robin Pottrick (8 Jahre), der Sohn von Ulrike Pottrick (B-Kader Distanzreiten), die ebenfalls dabei war mit ihrem Championatspferd „El Encantador“. Robin schaffte mit seinem 20jährigen Isländer „Glanni 9“, der sich erst seit einem Jahr in Besitz von Familie Pottrick befindet 109 km in 655 Minuten (T6,0 = 10 km/h). Das war sein erster MTR. Robin hat vor zwei Jahren seine ersten Erfahrungen auf Kinderdistanzritten gesammelt und im letzten Jahr zwei Einführungsritte geritten. Für dieses Jahr ist noch der „Märchenlandritt“ (ebenfalls MTR) geplant und noch der ein oder andere Einführungs- bzw. kurze Distanzritt. Das ist eine Besonderheit beim Distanzreiten, dass hier Kaderreiter und Freizeitdistanzler zusammen auf Ritten starten.
Die Strecke war am ersten Tag sehr nass und matschig. Riesige Wasserpfützen und reichlich Regen und Hagel von oben erschwerten das Reiten. Die Reiter waren froh über jeden festen Wegabschnitt und jede Straße. Am zweiten Tag wurden die Wege trockener und der Sand fester. Nur noch Teilstücke waren matschig und tief. Dafür aber Schneegestöber von oben, was das Erkennen der Markierung erschwerte. Der dritte Tag begrüßte die Reiter morgens mit verschneiten Straßen und Wiesen. Leider war es auch ziemlich glatt und der Boden war knüppelhart gefroren. Erst zur Mittagszeit taute es auf und gab endlich die berühmten Sandstrecken von Stuck frei, die zum galoppieren einluden.
Eine liebevolle und druchdachte Organisation machte das gesamte Wochenende für die Reiter zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die erste Nacht (vor dem Ritt) in Neustadt/Dosse standen alle Pferde in Boxen, da die Paddockwiese unter Wasser stand. Am zweiten Tag war es jedem selbst überlassen, ob er Paddock oder Box für sein Pferd wählte. Der "Bauer" hatte sogar seine Reithalle für die Pferde aufgemacht, so dass sie die Möglichkeit hatten, sich ausgiebig zu wälzen.
Nach der zweiten Etappe trudelten die Reiter in Stuck ein. Frau Angelbeck hatte für alle Suppe gemacht und abends wurde gegrillt. Im Hause Angelbeck konnten sich die Reiter aufwärmen und essen. Morgens war der Frühstückstisch mit viel Liebe österlich gedeckt. Es gab Schokoostereier und richtige Ostereier in Hülle und Fülle. Das Buffet ließ keine Wünsche offen. Der Zieleinlauf in Redefin war auf einer Wiese. Dort fand auch die Siegerehrung mit Pferden an der Hand im Sonnenschein statt.
Wettermässig war alles dabei. Regen, Schnee, Hagel, Wind, Sonne. Die Böden waren tief, matschig, glatt, hart, was für Pferde und Reiter gleichermaßen extrem anspruchsvoll war und umsichtiges Reiten erforderte. Die tierärztliche Betreuung konnte aufgrund der geringen Teilnehmerzahl sehr individuell gestaltet werden. Alle Reiter sind umsichtig geritten und so musste kein Pferd aus der Wertung genommen werden. Während des gesamten Rittes herrschte gute Stimmung trotz des schlechten Wetters.
Trosser haben auf einem MTR eine bisschen andere Aufgabe als bei einem „Kringelritt“ mit zentralem Vet-Gate. Der Reiter wird meist nicht so engmaschig betreut und ist selbständig. Viele Reiter helfen sich auch untereinander mit Decken und Wasser aus. Abgesehen davon, dass der Hänger mitgezogen werden muss, ist die Betreuung unterwegs nicht viel anders. Viele Trosser unterstützen sich untereinander, indem einer im Etappenziel die Paddocks für alle Reiter aufbaut, während die anderen gemeinsam die Reiter auf der Strecke betreuen. MTRs sind meist von freundlichem Miteinander und Kameradschaft geprägt, was für viele den Reiz des Distanzreitens ausmacht. MTRs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Hier die Ergebnisse 2008:
123 km
1. Wiebke Angelbeck mit Tahar Ibn Tifla 123 km in 462 Minuten
2. Conny Koller mit Hamilton 123 km in 507 Minuten
3. Ingeborg Heil mit Grisu 123 km in 543 Minuten
4. Claudia Köhler mit Jonny und
Stephan Bader mit Ronja III 123 km in 570 Minuten
6. Wiebke Runge mit Sisley de Sade und
Antje Schnoor mit Amaru 123 km in 577 Minuten
8. Daniela Fricke mit Enduro 123 km in 701 Minuten
9. Robin Pottrick mit Glanni 9 109 km in 655 Minuten
10. Astrid Peters mit Lezzian 101 km in 502 Minuten
11. Iris Harten mit Shai Hisham 78 km in 443 Minuten
12. Bettina Hardege auf Impasto 78 km in 456 Minuten
179 km
1. Jan Oetjen mit Ma Dona 179 km in 746 Minuten
2. Barbara Zeußel mit Mahbour 179 km in 900 Minuten
3. Ulrike Pottrick mit El Encantador 179 km in 971 Minuten
4. Jael de Gier mit Mldanja LLT und
Mariska Juda mit Noble 165 km in 944 Minuten
6. Jenny Sachs mit Kalil und
Jessica Spitzke mit Wasja 158 km in 740 Minuten
8. Barbara Petersen auf Pachinco 144 km in 576 Minuten
Zum Gestütsweg e.V.:
Zum Landgestüt Redefin:
http://landgestuet-redefin.de/
Zum Haupt- und Landgestüt Neustadt-Dosse: